Ironman Frankfurt Blog #1


Die leisen Wochen – warum unscheinbare Trainingsphasen oft die wichtigsten sind

Diese Trainingswoche hatte auf den ersten Blick nichts Spektakuläres. Keine epischen Bestzeiten, keine hohen Umfänge. Und genau deshalb war sie wertvoll.

Nach dem langen Lauf am Sonntag Abend im strömenden Regen begann der Wochenstart bewusst ruhig.

Am Montag stand ein kurzes Krafttraining mit Schwerpunkt Unterkörper und Rumpf auf dem Plan. Die Beine waren noch müde vom Wochenende, der Einstieg zäh – aber genau das ist Teil des Prozesses. Nicht jede Einheit fühlt sich leicht an, entscheidend ist die Kontinuität.

Der Dienstag begann sehr früh: bereits um 4:30 Uhr ein lockerer Aktivierungslauf am Morgen, nüchtern, mit sehr niedriger Intensität. Kein Druck, kein Ziel außer Bewegung und Durchblutung. Solche Läufe sind unscheinbar, aber sie schaffen Stabilität – körperlich wie mental.

Im weiteren Wochenverlauf zeigte sich einmal mehr, wie sehr mentale Belastung und Training zusammenhängen. Nach langen, fordernden Schultagen kostete es Überwindung, dennoch ins Training zu gehen. Umso wichtiger war es, die Einheiten bewusst anzupassen:

Am Dienstagabend eine strukturierte, aber kontrollierte Radeinheit mit progressiver Belastung, am Mittwoch trotz „mentalem Overload“ eine längere Schwimmeinheit – nicht, um etwas „abzuhaken“, sondern um Stress abzubauen und bei mir zu bleiben.

Am Donnerstag Abend waren kurze 200m Schwellenintervalle im Laufen der optimale Reiz, um meine etwas müde Beine wieder aufzuwecken. 

Der Freitag stand dann ganz im Zeichen von Qualität statt Quantität. Statt einer langen, metabolisch schweren Einheit entschied ich mich bewusst für kurze, nerval betonte Intervalle auf der Rolle. Wenig Laktat, wenig Gesamtstress, aber ein klarer Reiz für Muskulatur und Koordination. Die Beine fühlten sich danach nicht leer, sondern „geöffnet“ an – ein gutes Zeichen.

Am Samstag folgte eine klassische Grundlage: erst ein sehr lockerer Lauf, direkt danach eine ruhige Radeinheit auf der Rolle mit Fokus Fettstoffwechsel, nur Wasser als Verpflegung. Interessant war die ausgeprägte Müdigkeit am Nachmittag – ein Zeichen dafür, dass auch ruhige Einheiten wirken, wenn sie im richtigen Kontext stehen.

Was bleibt von dieser Woche?

Kein Highlight im klassischen Sinne – aber viele kleine Entscheidungen, die sich richtig angefühlt haben. Anpassung statt Sturheit. Wahrnehmen statt Durchziehen. Und das Vertrauen, dass Fortschritt nicht immer laut sein muss. 


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