Ironman Frankfurt Blog#6. Schwimmen: durchwurschteln
Das Schwimmen beim Ironman Frankfurt ist durchaus auch für gute Schwimmer eine Herausforderung. Zum einen kann es vorkommen, dass aufgrund der Wassertemperatur ein Neoprenverbot besteht.
Zum anderen kann es sein, dass aufgrund der am Morgen noch tief stehenden Sonne die Orientierung im Langener Waldsee erschwert wird. Das Schwimmen im offenen Gewässer unterscheidet sich somit grundlegend vom Schwimmen im sicheren Schwimmbad.
Grund genug, auch für mich als relativ solider Schwimmer, das Schwimmen nicht schleifen zu lassen. So habe ich mir vorgenommen, mindestens zwei Mal pro Woche ins Schwimmbad zu gehen, was ja an sich schon das absolute Minimum für einen Langdistanz-Aspiranten sein sollte.
Obwohl ich ein Schwimmbad vor der Haustür habe, habe ich das Schwimmen in den vergangenen Jahren immer stiefmütterlich behandelt. Gründe waren und sind vor allem:
- unsichere Trainingssituation: Ist genügend Platz im Becken?
- vergleichbar hoher Zeitaufwand: Ins Bad fahren und umziehen kostet Netto-Trainingszeit, die man anderweitig effizienter nutzen könnte.
- vergleichbar hoher Trainingsaufwand, um verhältnismäßig wenig Zeit beim Ironman herauszuholen.
- Konflikte mit anderen Badegästen. Auch wenn viele Bäder mittlerweile eine eigene Sportbahn eingerichtet haben, kommt es immer mal wieder vor, dass diese nicht von jedem Badegast akzeptiert wird. Provokationen gegenüber den dort trainierenden Schwimmern habe ich schon oft erlebt und sind ein großes Ärgernis.
In diesem Jahr habe ich versucht, bewusst an Lösungen zu arbeiten, um die oben genannten Probleme in den Griff zu bekommen.
1. Ein Trainingsplan ist nur ein Rahmen, kein Gesetz. Was nutzt der beste Plan, wenn man ihn aufgrund der gegebenen Situation im Becken nicht umsetzen kann?!
2. Verschiedene Wasserzeiten in verschiedenen Bädern testen. Hier bin ich noch in der Testphase und habe noch nicht die ideale Lösung gefunden.
3. Ein bisschen ist besser als nichts. Auch 20 Minuten schwimmen zählen!
4. Mentale Flexibilität: Ist das Becken voll, wird trotzdem geschwommen und die Situation als spezifisches Training für Frankfurt ausgenutzt. In Frankfurt ist der See auch voll :-)
So wurschtele ich mich zurzeit im Schwimmen konsequent von Einheit zu Einheit durch und freue mich, wenn endlich die Freibadsaison losgeht. Dort entspannt sich die Situation dann in der Regel etwas. Vor allem bei schlechtem Wetter :-)

Kommentare
Kommentar veröffentlichen